24. Februar 2026
Seit Wochen ist die Governance der Universität Luxemburg Gegenstand kritischer Berichterstattung. Die Universität hat reagiert und ein internes Audit auf den Weg gebracht. Auf Druck der Opposition kündigte auch das Ministerium vor einigen Wochen ein zweites, externes Audit an.
Nach Analyse der dem Parlament nun vorgelegten Lastenhefte zeigt sich jedoch: Ausgerechnet das Audit des Ministeriums droht zu einer schwachen PR-Übung zu werden.
Während das interne Audit strukturiert, öffentlich ausgeschrieben und auf mehrere Monate angelegt ist, soll das ministerielle Pendant in nur zehn Wochen und mit einem begrenzten und vordefinierten Budget durchgeführt werden. Für die Analyse von sieben Jahren Governance ist das bemerkenswert knapp. Warum diese Eile?
Noch problematischer ist die Konstruktion des Verfahrens: ein vom Ministerium bestimmtes „Comité de pilotage“, wöchentliche Fortschrittsberichte, Zwischenberichte und mehrstufige Abstimmungen vor Veröffentlichung des Endberichts. Das ist kein unabhängiger Auditprozess sondern Micro-Management.
Hinzu kommt: Befragt werden vor allem Leitungsorgane und offizielle Gremien. Breite Teile des Personals, der wissenschaftliche Nachwuchs und Studierende ohne Mandat bleiben faktisch außen vor. Eine Governance-Analyse, die primär Führungspersonen befragt, wird kaum strukturelle Probleme sichtbar machen.
Auch die Zielsetzung bleibt unklar. Geht es um Reformen zur Stärkung der Uni? Um eine Weiterentwicklung des Gesetzes? Oder lediglich um die Feststellung, dass keine formalen Rechtsverstöße vorliegen?
Der paradoxe Befund lautet: Der Audit, der Transparenz verspricht, ist jener mit den stärksten Filtern. Der Eindruck drängt sich auf: Hier soll schnell und politisch kontrolliert eine Entschärfung der Debatte herbeigeführt werden.
Unsere Forderungen
Wir fordern das Ministerium deshalb auf:
Joëlle Welfring resümiert die Position von déi gréng wie folgt:
„Ein Audit braucht Zeit, Unabhängigkeit und eine breite Einbindung aller Betroffenen. Das Lastenheft des Ministeriums erfüllt diese Mindeststandards nicht. Es ist zutiefst enttäuschent, dass ausgerechnet das im Namen der Transparenz angekündigte Ministeriums-Audit nun intransparenter ausfallen soll als jener der Universität! Wir fordern das Ministerium auf, das Lastenheft zurückzuziehen und zu überarbeiten – mit einem realistischen Zeitrahmen, einer breiten Befragung aller Ebenen der Universität und ohne politisches Micro-Management. Das Ziel sollte klar sein: eine für die Zukunft gestärkte Uni durch eine modernisierte Governance.“