18. März 2026
déi gréng fordern Anti-PFAS-Plan
PFAS/TFA: Regierung verliert Zeit – notwendige Entscheidungen bleiben aus
„Politik bedeutet Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen übernehmen“, betonte Joëlle Welfring in der heutigen Interpellation zu PFAS und TFA. Gerade junge Menschen äußern zunehmend Ängste vor Umweltverschmutzung, ebenso wie vor schweren Erkrankungen. Die PFAS-Problematik vereint diese Ängste in besonderer Weise: langlebige Chemikalien, die sich in Umwelt und Körper anreichern und langfristig krank machen können.
Um konkrete Belastung sichtbar zu machen, ließen Joëlle Welfring und Djuna Bernard ihr Blut auf PFAS-Chemikalien untersuchen. Das Ergebnis: bei Welfring wurden fünf, bei Bernard vier PFAS-Verbindungen nachgewiesen – Werte im europäischen Durchschnitt. „Es geht nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem, das uns alle betrifft“, so Welfring.
PFAS ist eine Frage der Generationengerechtigkeit
Die fortlaufende Nutzung und Akkumulation dieser Stoffe verschärfen die Lage täglich. Die langfristigen Folgen eines „Weiter so“ werden vor allem die zukünftigen Generationen tragen. Daraus ergibt sich eine klare politische Pflicht: Schadstoffquellen müssen schnell und konsequent reduziert werden. Die Verantwortung kann hierbei nicht auf Einzelne abgewälzt werden. Sie liegt bei der Politik, auf nationaler wie auf europäischer Ebene.
Konkrete Maßnahmen seit einem Jahr auf dem Tisch – zweimal abgelehnt
Bereits vor einem Jahr haben déi gréng eine umfassende Motion eingebracht. Gefordert wurden unter anderem ein besserer Schutz der Trinkwasserressourcen, die gezielten Reduktionen bekannter PFAS- und TFA-Quellen sowie eine enge Zusammenarbeit mit betroffenen Sektoren. Diese Motion wurde von der Mehrheit vor einem Jahr abgelehnt, mit dem Verweis, man müsse auf weitere Analysen und europäische Entwickelungen warten.
Heute zeigt sich: die damaligen Forderungen sind aktueller denn je. Dennoch wurde die Motion auch bei ihrer erneuten Einbringung nicht angenommen. Damit verliert die Regierung wieder wertvolle Zeit, statt die notwendigen Entscheidungen zum Schutz von Umwelt und Gesundheit zu treffen.
Analysen statt Entscheidungen
Zwar hat die Regierung inzwischen einen Arbeitsprozess gestartet und einen ersten Bericht vorgelegt. Die darin enthaltenen Analysen, Datensammlungen und identifizierten Handlungsfelder sind grundsätzlich zu begrüßen, doch sie bleiben unzureichend.
„Im ersten PFAS-Bericht fehlen entscheidende Elemente: ein klarer politischer Willen, konkrete Maßnahmen und vor allem ein verbindlicher Zeitplan. Die Komplexität des Problems darf keine Ausrede für weiteres Abwarten sein“, so Welfring.
Was jetzt passieren muss
Jeder Tag des Zögerns bedeutet eine weitere Anreicherung dieser Stoffe in Umwelt und Körper – mit langfristigen Folgen für Gesundheit und Umwelt, besonders für die nächsten Generationen.
Deshalb fordern déi gréng:
déi gréng werden das Handeln der Regierung weiterhin eng und kritische begleiten. Eine weitere gemeinsame Sitzung der Umwelt-, Landwirtschafts- und Gesundheitskommissionen wurde bereits beantragt, um den PFAS-Bericht im Detail zu diskutieren.