6. Februar 2025
Am frühen Mittwochmorgen kündigte der belgische Premierminister Bart de Wever an bestehende Atomkraftwerke länger zu betreiben und zusätzliche Reaktoren zu errichten.
Für Jessie Thill, grüne Schöffin in Walfer, Umweltphysikerin und Vertreterin von déi gréng im „Nationalen Aktiounskomitee géint Atomkraaft“, geben diese Entwicklungen Anlass zur Sorge: „Die Atomkraft stellt keine nachhaltige Lösung für Europas Energiezukunft dar. Eine sichere Lagerung des hochradioaktiven Abfalls ist nicht gewährleistet, ein Problem, das künftige Generationen belasten wird. Neben der ungelösten Endlagerfrage kommt hinzu, dass sich mit Tihange 3 ein Reaktor in unmittelbarer Nähe zu Luxemburg befindet – 80 km Luftlinie – und welcher im Ernstfall unsere Sicherheit negativ beeinträchtigen könnte.“
Was den vermeintlichen wirtschaftlichen Vorteil von Belgiens Atom-Renaissance betrifft, verweist Jessie Thill auf den Kernreaktor in Flamanville: „Nach Einschätzungen der französischen Cour des comptes belaufen die Gesamtkosten sich auf einen Wert von 23,7 Milliarden Euro. Ob sich die massiven finanziellen Investitionen jemals auszahlen werden, ist auch in Belgien mehr als fraglich. Zusätzlich macht Atomenergie Europa abhängig von Uranimporten aus autokratisch veranlagten Ländern. De Wevers Ankündigung stellt demnach ein Rückschritt für die Energiepolitik in Europa dar!“
Die grüne Abgeordnete und energiepolitische Sprecherin Joëlle Welfring, teilt diese Sorgen: „Statt Milliarden in die Verlängerung der Atomkraft zu vergeuden, sollte das Geld in den Ausbau zukunftstauglicher Technologien fließen. Erneuerbare Energien wie Wind- und Solarstrom sind umweltfreundlich, risikoarm und können lokal und kostengünstig produziert werden.“
„Als déi gréng fordern wir die luxemburgische Regierung dazu auf, dieser Entwicklung nicht tatenlos zuzusehen und sich schnellstmöglich bei der belgischen Regierung für unsere Sicherheit einzusetzen. Unsere Zukunft liegt nicht in veralten, riskanten Technologien, sondern in einer sicheren, nachhaltigen Energieversorgung“, so Joëlle Welfring weiter.
In diesem Sinne werden déi gréng nächste Woche in der Chamber eine Motion einreichen!