Luxemburg stimmt für Deregulierung der Gentechnik: Schwerer Rückschritt für Umwelt- und Verbraucherschutz

Communiqué de presse

21. April 2026

Der Rat für Auswärtige Angelegenheiten hat heute Vormittag für die Deregulierung der neuen Gentechnik bei Pflanzen gestimmt, mit der Unterstützung von Luxemburg. Für déi gréng ist dies ein gravierender Rückschritt, der Umwelt- und Verbraucherschutz massiv untergräbt und all jene im Stich lässt, die bewusst ohne Gentechnik wirtschaften wollen.

Kernpunkte der von der luxemburgischen Regierung unterstützten Deregulierung sind:

  • beschleunigte Zulassungsverfahren für mit neuer Gentechnik veränderte Pflanzen ohne umfassende Risikobewertung für Umwelt und Gesundheit,
  • keine Nachverfolgbarkeit und kein Monitoring dieser Pflanzen auf dem Acker,
  • keine verpflichtende Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel,
  • Patente auf mit neuer Gentechnik veränderte Pflanzen und Verfahren die v.a. kleine und mittelständische Pflanzenzüchter*innen und unsere Saatgutvielfalt gefährden.

Joëlle Welfring, umwelt- und agrarpolitische Sprecherin für déi gréng in der Chamber erklärt:

„Mit dieser Entscheidung wird den Verbraucherinnen und Verbrauchern die Wahlfreiheit faktisch entzogen, weil sie künftig nicht mehr erkennen können, ob ihre Lebensmittel Gentechnik enthalten. Damit wird ein zentrales Prinzip des europäischen Verbraucherschutzes – informierte und bewusste Kaufentscheidungen treffen zu können – systematisch ausgehöhlt. Die Regierung scheint nicht zu erkennen, dass es sich hier um einen gefährlichen Dammbruch handelt.

déi gréng haben im Vorfeld der Abstimmung die Landwirtschaftsministerin gefragt, die finale Position der luxemburgischen Regierung in der Landwirtschaftskommission darzulegen. Diese Anfrage blieb unbeantwortet. Ein solcher Mangel an Transparenz in einem Dossier mit solch weitreichenden Folgen ist inakzeptabel.“

Tilly Metz, Mitglied des Umweltausschusses im Europäischen Parlament, ergänzt:

„Diese Entscheidung ist ein Frontalangriff auf das Vorsorgeprinzip. Die Deregulierung betrifft potenziell alle Pflanzen und birgt damit erhebliche Risiken für Umwelt und Ökosysteme. Umwelt- und Verbraucherschutz werden gezielt geschwächt im Interesse der Agrar- und Biotechlobby. Für uns ist klar: die Grünen im Europäischem Parlament müssen diesem Text entschieden entgegentreten.“

 

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