Deal zur Neuen Gentechnik: EU-Institutionen gefährden Umwelt- und Verbraucherschutz

Communiqué de presse

4. Dezember 2025

In der Nacht vom Mittwoch, 3. Dezember auf Donnerstag, 4. Dezember, haben EU-Parlament, Kommission und Rat eine Einigung zur zukünftigen Gesetzeslage zur Neuen Gentechnik bei Pflanzen erreicht. Für die Fraktionen der Grünen im europäischem sowie im luxemburgischen Parlament, stellt das Ergebnis eine große Enttäuschung dar, da es eine Bedrohung für eine gentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft, sowie für Umwelt und Verbraucherschutz in Europa darstellt.

Kernpunkte der geplanten Regelung sind unter anderem:

  • Patente auf mit Neuer Gentechnik veränderte Pflanzen und Verfahren – das gefährdet v.a. kleine und mittelständische Pflanzenzüchter*innen und unsere Saatgutvielfalt
  • Ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für mit Neuer Gentechnik veränderte Pflanzen – ohne umfassende Risikobewertung für Umwelt und Gesundheit
  • Keine Nachverfolgbarkeit und kein Monitoring dieser Pflanzen auf dem Acker
  • Keine verpflichtende Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel

Die neuen Vorgaben müssen noch vom EU-Parlament und den EU-Staaten bestätigt werden.

Tilly Metz, Mitglied des Umweltausschusses im Europaparlament, kommentiert:

„Mit dieser Einigung zur neuen Gentechnik wird das Vorsorgeprinzip schlicht über Bord geworfen. Umwelt- und Verbraucherschutz werden systematisch geschwächt – ein Geschenk an die Agrar- und Biotechlobby und ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich für sichere, nachhaltige Landwirtschaft einsetzen. Gentechnik darf nicht ungekennzeichnet auf unseren Tellern landen – Punkt.

Der gentechnikfreie Sektor blickt nun in eine Zukunft voller Risiken: Transparenz, Wahlfreiheit und Sicherheit werden aufs Spiel gesetzt. Besonders alarmierend ist, dass die Deregulierung nicht einmal auf Nutzpflanzen beschränkt bleibt, sondern sogar Wildpflanzen und Bäume betreffen kann. Die Folgen für Ökosysteme könnten gravierend sein.

Dass Konservative erneut mit Rechtsaußen-Fraktionen gemeinsame Sache machen, um die Parlamentsposition auszuhebeln, ist ein demokratisches Armutszeugnis. Wichtige Forderungen des Parlaments wie Patentverbote, Rückverfolgbarkeit, Kennzeichnung und Monitoring wurden fahrlässig geopfert. Jetzt liegt es am Parlament, im Plenum Haltung zu zeigen und diesen Unsinn zu stoppen.“

Joëlle Welfring, umwelt- und agrarpolitische Sprecherin für déi gréng in der Chamber kommentiert:

„Ich bin enttäuscht, dass die luxemburgische Regierung sich nicht stärker vor die Interessen der luxemburgischen Bürgerinnen und Bürger gestellt hat. Eine Landwirtschafts- und Konsumentenschutzministerin, die das Vorsorgeprinzip ernst nimmt, kann diese Deregulierung nicht durchwinken.

Eine zukunftsfähige Landwirtschaft entsteht nicht durch das Aufweichen von Schutzregeln für Risikotechnologien. Sie entsteht durch agrarökologische Methoden, lokale Züchtung und den konsequenten Ausstieg aus chemisch-synthetischen Pestiziden. Neue Gentechnik ist kein Ersatz für nachhaltige Lösungen – sie macht vor allem große Konzerne reich, während die Risiken bei Umwelt und Gesellschaft bleiben.“

 

Pressemitteilung

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