Abkühlung für alle! Grünes Sofortprogramm für Abkühlung und Hitzeschutz

Communiqué de presse

2. Juli 2026

Abkühlung für alle!

Grünes Sofortprogramm für Abkühlung und Hitzeschutz

Luxemburg hat in den letzten Wochen unter einer historischen Hitzewelle geächzt. Die extremen Temperaturen haben viele Menschen vor dieselbe Frage gestellt: Wie können wir auch in Zukunft noch gut und sicher leben, wenn extremes Wetter immer häufiger wird? Denn die Hitze der vorherigen Wochen ist leider keine Ausnahme mehr. Sie greift immer stärker in unseren Alltag ein und gefährdet die Gesundheit von Kindern, älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Sie erschwert den Alltag, die Pflege und Behandlung in Krankenhäusern und Altersheimen, bringt Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonal an ihre Grenzen und macht das Arbeiten im Freien ebenso wie die Erholung zuhause oder im öffentlichen Raum für viele Menschen zur Herausforderung.

Die Antwort darauf darf keine Resignation, oder gar ein Herabspielen der Realität sein. Es darf nicht sein, dass Menschen in ihrem Alltag immer mehr Abstriche machen müssen, weil die Regierung versäumt zu handeln. Der Sommer muss eine Zeit bleiben, in der Kinder draußen spielen und Menschen sich begegnen. Eine Zeit, in der gearbeitet werden kann und das öffentliche Leben stattfindet.

Die Regierung muss den Ernst der Klimakrise endlich erkennen und den Klimaschutz deutlich schneller und entschlossener vorantreiben. Gleichzeitig muss sie im Bereich der Klimaanpassung jetzt kurzfristig und gezielt Maßnahmen umsetzen, die schnell Wirkung zeigen, und Investitionen tätigen, die langfristig schützen.

In diesem Sinne legen déi gréng ein Sofortprogramm für Abkühlung und Hitzeschutz vor. Damit Kinder auch an heißen Tagen lernen und spielen können. Damit Patientinnen und Patienten sicher versorgt werden und ältere Menschen gut betreut werden können. Damit der öffentliche Raum Abkühlung statt Hitzestress bietet, und damit Menschen, die draußen arbeiten, das tun können, ohne ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Klimaanpassung bedeutet vor allem eines: dafür zu sorgen, dass wir auch in Zukunft sicher, gesund und mit hoher Lebensqualität leben können.

Unser Sofortprogramm für Abkühlung und Hitzeschutz:

1.Menschen einen kühlen und sicheren Aufenthalt im urbanen Raum garantieren, durch:

  • Mehr Grün und mehr Schatten dort, wo wir leben:
    • die 2022 eingeführte Initiative ‘Méi Natur an eise Stied an Dierfer’ soll in ein permanentes Förderprogramm für kommunale Begrünung, Beschattung und Entsieglung von öffentlichen Plätzen, Schulhöfen, Parkplätzen und Spielplätzen weiterentwickelt werden. Der Staat übernimmt 75% der Kosten für diese Maßnahmen.
    • Grünere Gemeinden: Jede Gemeinde soll mit einem kommunalen Plan Vert vorausschauend planen, wo Bäume und Grünflächen entstehen sollen, mit Fokus auf Hitzeinseln an stark besuchten Orten. So werden Schritt für Schritt angenehmere Straßen, Plätze und Wohnviertel geschaffen. Gleichzeitig hilft der Plan, Natur und Ortsentwicklung frühzeitig zusammenzudenken und spätere Konflikte bei Bauprojekten zu vermeiden. Der Staat unterstützt die Gemeinden finanziell und fachlich bei der Planung und Umsetzung.[1]
    • Mehr Abkühlung vor der eigenen Haustür: Mit einem Klimabonus Natur fördern wir Privatpersonen bei der Entsieglung, Begrünung und Beschattung von Ein- und Mehrfamilienhäusern. So entstehen kühlere Vorgärten, Gärten und Innenhöfe, die an heißen Tagen für mehr Schatten, weniger Hitze und eine höhere Lebensqualität sorgen.
  • Wasser- und Sonnencrème-Spender auf jedem zentralen Stadt- und Dorfplatz
  • „Climate Shelters”: Ab Warnstufe Orange sollen öffentliche Gebäude (Museen, Bibliotheken, Verwaltungsgebäude usw.) als Abkühlungsorte zur Verfügung stehen (ggf. mit freiem Eintritt). Diese Orte sollten leicht auffindbar sein (z. B. über ein öffentliches Verzeichnis oder eine Karte), vor Ort klar ausgeschildert sowie ausreichend kühl sein und grundlegende Aufenthaltsmöglichkeiten (z. B. Sitzgelegenheiten und Trinkwasser) anbieten.
  •  Mit einer Initiative „klimafit Gemengen“ den kommunalen Hitzeschutz beschleunigen: Gemeinden, die die oben genannten und andere schnell wirksame Maßnahmen für Hitzeschutz und Klimaanpassung im Rahmen der Klima- und Naturpakte umsetzen, sollen zusätzlich ausgezeichnet und prämiert werden. Damit schaffen wir den Anreiz, Hitzeschutz lokal schneller umzusetzen und gute Beispiele im ganzen Land sichtbar zu machen.

2.Mit klimafesten Schulen, Krankhäusern, und Alters- und Pflegeheimen, Kinder, Jugendliche, ältere und kranke Menschen vor extremer Hitze schützen, durch:

  • Ein sofortiges Investitionsprogramm für Abkühlung und Hitzeschutz von dem auch Gemeinden profitieren können Mit diesem Investitionsprogramm werden rasch wirksame Maßnahmen wie Sonnenschutz, Ventilatoren oder Klimaanlagen dort umgesetzt, wo sie notwendig sind: in Schulen, Krankenhäusern, Alters- und Pflegeheimen. Gleichzeitig werden die Gebäude Schritt für Schritt so modernisiert, dass sie die Menschen auch in Zukunft besser vor extremer Hitze schützen und ein sicheres Lernen, Arbeiten, Pflegen, Genesen und Wohnen auch während der Hitzewelle ermöglicht.
  • Hitzeschutz-Neubaustandards für Schulen, Krankenhäuser, Altenheime überarbeiten, damit sie ihre Nutzer:innen vor Extremhitze schützen.

3.Menschen wirklich schützen mit einem nationalen Hitzeschutzplan: Bei extremen Hitzewellen darf der Schutz der Bevölkerung nicht vom Zufall oder vom Wohnort abhängen. Aus dem heutigen Plan Canicule soll deshalb ein nationaler Hitzeschutzplan werden, der bei jeder Warnstufe automatisch konkrete Schutzmaßnahmen auslöst – für Schulen und Betreuungseinrichtungen, Krankenhäuser und Pflegeheime, Arbeitgeber, Beschäftigte im Freien, Gemeinden und Rettungsdienste. So wissen Bürgerinnen und Bürger, Familien und Einrichtungen frühzeitig, welchen Maßnahmen sie umsetzen sollen und welche Unterstützung sie erwarten können.

4.Für sichere Arbeitsbedingungen sorgen, mit einer nationalen Hitzeschutz Taskforce: Alle relevanten Akteure prüfen gemeinsam, welche Anpassungen notwendig sind, um Beschäftigte besser während ihrer Arbeit vor den Gefahren extremer Hitze zu schützen. Dazu gehören beispielsweise Fragen des Hitzeschutzes und der Arbeitszeitgestaltung bei Arbeit im Freien.

5.Obdachlose Menschen aktiv schützen, mit: 

  • Einer verbindlichen “Summeraktioun” bei extremer Hitze: Bei einer offiziellen Hitzewarnung müssen deshalb automatisch zusätzliche kühle Aufenthalts- und Übernachtungsplätze geöffnet, die Öffnungszeiten der Tagesstrukturen verlängert und der kostenlose Zugang zu Trinkwasser, Toiletten und Duschen garantiert werden
  • Einem Samu social: Dieser sozial-medizinische Notdienst soll bei extremer Hitze im Einsatz sein und Menschen auf der Straße aktiv aufsuchen und ihnen soziale und medizinische Hilfeleistung geben. Wer bei extremer Hitze auf der Straße lebt, darf nicht darauf angewiesen sein, dass zufällig jemand vorbeikommt und Hilfe ruft.

[1] Der kommunale Plan Vert ist Teil der grünen Änderungsvorschläge am Gesetzesentwurf zur Änderung des Naturschutzgesetzes: https://wdocs-pub.chd.lu/docs/Dossiers_parlementaires/8449/20251029_PropositionAmendement.pdf

 

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